Unsere Story

Es ist eine Geschichte - aber zwei haben sie erlebt.

erzählt von Salomé

Andreas kenne ich schon länger aus der Kirchgemeinde, in die wir gehen. Ich fand ihn komisch, doch gefiel mir seine direkte und ehrliche Art und Weise sehr gut. Im Sommerlager 2010 waren wir oft in der gleichen Gruppe unterwegs und kamen so in Gespräche. Seine direkten Ansprachen fand ich ok und so wusste ich gleich, dass man bei diesem Mann gleich weiss woran man ist. Gekümmert hat es mich nicht, den ich war überzeugt: dies wird nie mein Mann werden.

 

Am letzten Tag ging es ans zusammenpacken und Andreas war mit einer Mistlaune unterwegs. Weil mich das störte und fand ‚dies dulde ich nicht’, lief ich ihm hinterher. Er guckte ziemlich überrascht aus der Wäsche, dass ich ihm hinterher lief und auch stellte – und ja, ich machte dies auch um ihn zu ärgern. Wer ihn kennt weiss, dass bei Schlechtlaunefahne ihm niemand zu nahe treten sollte. Die Monate vergingen und man traf sich öfters nach dem Gottesdienst und unternahm Dinge in der Gruppe. So merkte ich schnell, dass Andreas charakterlich sehr gut zu mir passt, aber das war es dann auch schon zu diesem Zeitpunkt.

 

Ich war schon verwirrt, dass dieser Mann mir gefällt und irgendwie hat er es mir auch angetan, aber das konnte ich für mich nicht annehmen. Mein Mann, so dachte und träumte ich es mir, hat Andreas' Charakter, aber ist grösser als ich, hat breite Schultern und ist muskulöser. Die Tatsache Aussehen, ließen mich sehr sehr lange zögern.

 

Dann rief er einmal an und fragte mich, ob ich Lust hätte mit ihm auf die Spanisch-Brötli-Bahn zu gehen, da diese im Oktober eine Fahrt macht. Kurz zögerte ich und dann erinnerte ich mich, dass ich ihm gesagt habe, dass wenn diese Bahn mal fährt er mir das sagen kann, da ich gerne mitkomme um mal was Neues zu erleben.

 

15. Oktober 2010: Ich erhielt von Andreas ein Geschenk, dass ich mit Sarah auf dem Heimweg aufmachte. Mir blieb der Atem stehen: darin befanden sich Kekse mit der Aufschrift ‚Ich liebe dich’. Früh wurde ich gewarnt ‚Androef steht auf dich’ – doch dies habe ich nicht geglaubt, da ich mir ganz sicher war, dass wenn er etwas von mir will, dass auch ohne Scham sagen würde. Ich wusste nicht was machen, mir war zu weinen zu mute, denn am 16. Oktober 2010 fand die Fahrt mit der Spanisch-Brötli-Bahn statt. Entschlossen habe ich mich, trotz den Keksen, Andreas zu treffen und den Sachverhalt zu klären. Konnte mir nicht vorstellen, dass er mich liebte, da er mich ja nicht wirklich kannte.

 

Der 16. Oktober 2010 ist bis heute ein entscheidendes und prägendes Erlebenis für mich. Bevor die Fahrt los ging, lud mich Andreas in ein Restaurant ein und ich hoffte dort mit ihm über die Keks-Geschichte zu sprechen. Leider kam ich nicht dazu, Andreas war schneller. Nach einem kurzen Austausch seinerseits, was er sich von einer Partnerin wünschte überreichte er mir ein Briefumschlag. Diesen öffnete ich und las den roten grossen Text der da stand: „Salome, ich will dich heiraten!“ Meine Reaktion war schockiert und laut, so dass sich die anderen Restaurantgäste umdrehten: „Nein, nein, nein!“ Andreas blieb ganz cool und sagte: „Sag doch nicht gleich 'Nein', überleg es dir doch noch!“ – Da blieb ich sprachlos und die ganze Spanisch-Brötli-Bahn-Fahrt blieb ich in einer Art Trancezustand. Ich bat Andreas um 2 Wochen Bedenkzeit, ob ich ihn überhaupt daten möchte.

 

Aus den 2 Wochen wurden knapp 6 Monate. Es geschah viel in der Zwischenzeit, im Endeffekt wusste ich ‚Salome, wenn du Andreas Daten möchtest, dann musst du ihn jetzt fragen’. Natürlich war ich zu feige, also schrieb ich ihm eine lange SMS – nach 8 Stunden kam die Antwort in zwei Zeilen und so fing unser Daten an, was zu einer Beziehung führte und nun einen Schritt weiter in die Ehe geht. Eins kann ich sagen: der zweite Antrag, war viel schöner als der Erste.

 

Verlobung am 7. September 201107. September 2011: Andreas strampelte wirklich, um mir den Antrag zu machen. Zuerst musste er mich überzeugen, dass ich an dem Abend mit Ihm fein essen gehe und danach checkte ich nicht, dass er gerade daran war mir einen Antrag zu machen. Nach dem feinen Essen stellte er mir eine schön verpackte Schachtel hin, ein Geschenk. Es war so schön mit ihm beim Essen, dass ich es zur Seite stellte und sagte „das ist bestimmt ein Zubehör für das Velo, ich werde es zu Hause aufmachen“. Damit war Andreas nicht einverstanden, er nahm das Geschenk und stellte es mir demonstrativ vor die Nase und sagte „Mach es doch auf“. Natürlich verstand ich nicht, warum es so dringlich ist, doch weil es sein Wunsch war machte ich es halt auf und zum Vorschein kam eine antike Schmucktruhe. Ich bedankte mich und stellte sie weg, damit ich den Abend weiter mit ihm geniessen konnte. Da guckte mich Andreas ganz enttäuscht an und fragte „willst du die Truhe nicht aufmachen“. Fragend guckte ich ihn an und bemerkte, dass um die Truhe noch ein Geschenkband war. Etwas peinlich berührt, weil ich dies vorher nicht sah, entfernte ich es und öffnete die Truhe. Es war eine Liedertruhe und der Song aus dem Jahr 1944 ertönte ‚Ich han en Schatz am Zürisee’. Erst als ich sie wieder hinstellte bemerkte ich, dass etwas im Dunkel funkelte. In dem Moment nahm Andreas meine Hand, guckte mich an und sprach: „Salome, ich möchte vom Prinzen zum König werden. Jeder König braucht eine Königin um sein Land zu regieren, deshalb frag ich dich: Willst du meine Königin werden?“ Ich sagte nickend Ja.

 

Andreas gewann mein Herz, weil er nicht sichtbar (Blumen, Geschenke, Komplimente) um mich warb, jeder Schritt den er machte, machte er bewusst und mit einem Paukenschlag. Ich bin dankbar für Ihn und sehe ihn als Geschenk, Belohnung und Herausforderung. Die Ehe ist ein Kampf, den wir beide mit Jesus zusammen eingehen und gewinnen werden...bis der Tod uns scheidet, dies ist unser Ziel.

 

Weil Andreas aus Deutschland stammt, darf ich Hochzeit zweimal feiern – zwei Festlichkeiten, zwei Hochzeitskleider, zwei Hochzeitstorten. Cool, gäll?

erzählt von Andreas

Spanisch-Brötli-BahnIch lud Salomé auf eine Fahrt mit der Spanisch-Brötli-Bahn ein. Die erste Fahrt am 4. September 2010 habe ich noch allein gemacht. - Aus guten Grund! Aber am 16. Oktober habe ich Salomé eingeladen, mit mir nochmal die Strecke von Solothurn nach Olten zu fahren - diesmal jedoch nicht im offenen Wagen.

Vorher habe ich Sie zu Mittagessen in eine Beiz eingeladen. Ich war mir sicher, das Richtige zu tun und beschloss kurzerhand, ihr einen Antrag zu machen. Nichts mit Romantikgesäusel, kein Ich-liebe-Dich, sondern ganz klar und direkt: "Ich will Dich heiraten!"

Sie war - vorsichtig ausgedrückt - überrascht und brach leider nicht in Begeisterungsstürme aus oder fiel selig in meine Arme. Sie fand das gar nicht romatisch und dieser Versuch schlug fehl! Ich musste mich noch mehr als ein halbes Jahr gedulden. Das gelang mir mehr oder weniger gut.

Nachdem ich mich so gründlich verschätzt hatte, wartete ich nun auf ein ganz eindeutiges Signal. Dies kam kurz vor dem Geburtstag meiner Tante Anfang Juli in Form einer Email. Zurück in Zürich, holte mich Salome vom Flughafen ab. Das hat mich sehr gefreut. Gut, dass ich erst jetzt erfuhr, dass sie "ihren" ersten Kuss von mir wollte.

An meinem ursprünglichen Ziel änderte sich nichts. Das wusste auch Salomé. Bei zweiten Mal wollte ich es aber besser machen. Nachdem ich herausgefunden hatte, wie sie sich einen Antrag vorstellt, habe ich entsprechende Vorbereitungen getroffen.

Ein Geschäftspartner und guter Freund empfahl mir einen Juwelier und beschaffte einen Antragsring, der so änhnlich aussah wied die Ringe, die mir Salomé gezeigt hatte. Ich konnte es schwer vor ihr verheimlichen, aber glücklicherweise kam der Ring früher als erwartet..

Spontan bestellte ich einen Tisch auf Uto-Kulm an einem Nachmittag, als wir zusammen eine Brille für mich aussuchen wollten. Ich traf Salomé am Bahnhof und befürchtete, sie würde etwas merken. Tat sie aber nicht.

Vor dem Dessert stellte ich ihr das rosa Päckchen vor die Nase. Sie dachte, es ist eine neue Velolampe und wollte  es erst gar nicht aufmachen. Als die Spieldose zum Vorschein kam, hielt sie dies zuerst ans Ohr, bevor sie den Ring bemerkte und glücklicherweise erst jetzt begriff, worum es ging. Die Überraschung ist ein zweites Mal geglückt! Diesmal sagte sie ja.

Ich war erleichtert und - glaubt mir - sehr sehr grlücklich.

 

Von unseren ersten gemeinsamen Ausflug gibt es auch ein Video bei Youtube. (Tipp: bei 4:23 gaaanz genau hinschauen.)